
Eine Gesichtsmaske entfaltet ihre volle Kraft nicht durch Zufall, sondern durch ein präzises Anwendungsprotokoll, das sie von einem Wellness-Produkt zu einer hochwirksamen Behandlung erhebt.
- Die Wahl der Maskenart ist nur der erste Schritt; entscheidend ist die strategische Anwendung, angepasst an die spezifischen Bedürfnisse jeder einzelnen Gesichtspartie (Multi-Masking).
- Die Wirksamkeit einer Maske lässt sich verdoppeln, indem die Haut gezielt vorbereitet (z.B. durch Bedampfen) und die Wirkstoffe anschliessend versiegelt werden.
Empfehlung: Betrachten Sie jede Maskenanwendung als ein professionelles Treatment. Planen Sie nicht nur die Maske selbst, sondern auch die Schritte davor und danach, um die Hautbarriere zu schützen und die Ergebnisse zu maximieren.
Wir alle kennen diesen Moment purer Entspannung: Die Welt bleibt draussen, während eine luxuriöse Gesichtsmaske unsere Haut umschmeichelt. Es ist ein wohlverdientes Ritual der Selbstfürsorge. Doch wie oft verblasst dieser strahlende, pralle Teint schon am nächsten Morgen und weicht der Realität? Sie haben das Gefühl, dass Ihre Masken eher ein kurzfristiges Verwöhnerlebnis als eine nachhaltige Lösung für Ihre Hautprobleme sind. Sie lieben das Ritual, sehnen sich aber nach echten, sichtbaren Resultaten, die bleiben.
Die gängigen Ratschläge – „einmal pro Woche anwenden“ oder „die passende Maske für den Hauttyp wählen“ – greifen hier zu kurz. Sie kratzen nur an der Oberfläche dessen, was möglich ist. Als Inhaberin eines Spas und Entwicklerin von Kosmetik weiss ich aus jahrelanger Erfahrung: Die Magie liegt nicht allein im Produkt, sondern im präzisen Wirkstoff-Protokoll seiner Anwendung. Eine Gesichtsmaske ist kein einfacher Balsam, sondern ein hochkonzentriertes Kraftpaket, das seine volle Potenz nur dann entfaltet, wenn es intelligent eingesetzt wird.
Was aber, wenn die wahre Kunst nicht darin besteht, *welche* Maske Sie verwenden, sondern *wie* Sie sie in ein ganzheitliches Pflegesystem integrieren? Wenn Sie lernen könnten, die Bedürfnisse Ihrer Haut so präzise zu lesen und zu bedienen wie eine professionelle Kosmetikerin? Dieser Artikel wird Sie genau dorthin führen. Wir heben Gesichtsmasken vom gelegentlichen Luxus zum zentralen Instrument Ihrer Hautpflegestrategie. Sie werden entdecken, wie Sie durch gezielte Techniken wie Multi-Masking, die richtige Vor- und Nachbereitung und das Verständnis für die Wirkweise verschiedener Texturen echte Hautprobleme lösen und ein tiefes, langanhaltendes Feuchtigkeitsdepot aufbauen.
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Dieser Leitfaden ist Ihre persönliche Masterclass, um die verborgene Kraft in Ihren Tiegeln und Tütchen zu entfesseln. Erfahren Sie, wie Sie mit strategischem Wissen und den richtigen Techniken Ergebnisse erzielen, die weit über einen flüchtigen Wellness-Moment hinausgehen.
Inhaltsverzeichnis: Ihre Strategie für maximale Masken-Resultate
- Tuch, Tonerde oder Creme: Welche Maskenart für welches Hautbedürfnis die beste Wahl ist
- Die T-Zone ölt, die Wangen spannen? Die Lösung heisst Multi-Masking – so geht’s
- Die Avocado-Honig-Power-Maske: Ein 2-Zutaten-Rezept für pralle, durchfeuchtete Haut
- Der grösste Fehler bei Tonerde-Masken: Warum Sie sie niemals vollständig trocknen lassen sollten
- Vorher dämpfen, nachher versiegeln: Wie Sie die Wirkung Ihrer Gesichtsmaske verdoppeln
- Nackte Haut: Die richtige Pflege nach dem Peeling, um die Ergebnisse zu maximieren und die Haut zu schützen
- Von wässrig bis reichhaltig: Die Kunst des Schichtens für ein maximales Feuchtigkeitsdepot in Ihrer Haut
- Durstlöscher für die Haut: Die ultimative Strategie für tiefgehende und langanhaltende Hydratation
Tuch, Tonerde oder Creme: Welche Maskenart für welches Hautbedürfnis die beste Wahl ist
Die Auswahl der richtigen Maske ist das Fundament jedes erfolgreichen Wirkstoff-Protokolls. Es geht nicht darum, einem Trend zu folgen, sondern darum, das passende Werkzeug für eine spezifische Aufgabe zu wählen. Jede Textur, von der leichten Tuchmaske bis zur reichhaltigen Creme, besitzt einzigartige Eigenschaften, die gezielt auf unterschiedliche Hautzustände einwirken. Eine Tuchmaske, getränkt in wässrigen Seren mit Hyaluronsäure oder Glycerin, ist der perfekte Sofort-Hydrator für durstige Haut vor einem wichtigen Anlass. Sie liefert einen schnellen, prallen Effekt, wirkt aber eher an der Oberfläche.
Für eine tiefere Reinigung hingegen sind Tonerde-Masken (oft auf Basis von Kaolin oder Bentonit) unübertroffen. Sie absorbieren überschüssigen Talg und Unreinheiten wie ein Magnet und eignen sich hervorragend für ölige oder zu Akne neigende Haut. Doch hier ist professionelle Vorsicht geboten: Qualität ist entscheidend. Wie Untersuchungen der Stiftung Warentest zeigen, können Produkte von geringerer Qualität unerwünschte Stoffe enthalten. Reichhaltige Crememasken sind die Rettung für trockene, reife oder gestresste Haut. Mit Lipiden, Ceramiden und Ölen angereichert, nähren sie die Haut intensiv und stärken die so wichtige Hautbarriere.
Die folgende Übersicht dient als Ihr strategischer Kompass, um für jede Situation die richtige Wahl zu treffen, wie auch eine aktuelle Analyse von ÖKO-TEST bestätigt.
| Maskenart | Hauttyp | Hauptwirkung | Einwirkzeit |
|---|---|---|---|
| Tuchmaske | Alle Hauttypen | Intensive Feuchtigkeit | 15-20 Min. |
| Tonerde-Maske | Ölige/unreine Haut | Tiefenreinigung | 10-15 Min. |
| Crememaske | Trockene Haut | Reichhaltige Pflege | 15-20 Min. |
| Peel-Off-Maske | Normale Haut | Porenverfeinerung | 10-15 Min. |
Die Kunst besteht darin, nicht nur eine Maske zu besitzen, sondern ein kleines Arsenal, aus dem Sie je nach aktuellem Hautzustand – der sich täglich ändern kann – die passende Behandlung auswählen können. Das ist der erste Schritt zur wahren Haut-Intelligenz.
Die T-Zone ölt, die Wangen spannen? Die Lösung heisst Multi-Masking – so geht’s
Kaum ein Gesicht entspricht nur einem einzigen Hauttyp. Die meisten von uns haben eine Mischhaut: Die T-Zone (Stirn, Nase, Kinn) neigt zu Glanz und Unreinheiten, während die Wangen trocken sind und spannen. Eine einzige Maske auf das gesamte Gesicht aufzutragen, ist daher oft ein Kompromiss, der keiner Zone wirklich gerecht wird. Hier kommt eine der effektivsten Techniken aus dem professionellen Kosmetikbereich ins Spiel: das Multi-Masking. Es ist die logische Weiterentwicklung der Hautanalyse – statt einer Lösung für alles, wenden Sie mehrere gezielte Lösungen gleichzeitig an.
Das Prinzip ist genial einfach: Sie tragen unterschiedliche Masken auf die verschiedenen Gesichtspartien auf, je nach deren spezifischem Bedürfnis. Auf die ölige T-Zone kommt eine klärende Tonerde-Maske, um überschüssiges Fett zu binden und die Poren zu verfeinern. Gleichzeitig verwöhnen Sie die trockenen, empfindlichen Wangenpartien mit einer reichhaltigen Feuchtigkeits- oder Crememaske, um die Hautbarriere zu nähren und Spannungsgefühle zu lindern. So erhält jede Zone exakt die Pflege, die sie benötigt, in ein und derselben Anwendung.

Diese Methode ist nicht nur unglaublich effizient, sondern auch ein Akt der wahren Haut-Intelligenz. Sie hören auf, Ihre Haut in eine Schublade zu stecken, und beginnen, auf ihre feinen Signale zu reagieren. Vielleicht benötigen Sie unter den Augen eine aufhellende Maske und am Kinn eine tiefenreinigende. Multi-Masking erlaubt Ihnen, Ihr eigener Hautpflege-Stratege zu werden und Ihre Produkte mit maximaler Präzision einzusetzen.
Die Avocado-Honig-Power-Maske: Ein 2-Zutaten-Rezept für pralle, durchfeuchtete Haut
Manchmal sind die wirkungsvollsten Lösungen nicht im luxuriösesten Tiegel, sondern in Ihrer eigenen Küche zu finden. Während hochwertige Fertigmasken ihre Berechtigung haben, bietet eine frisch zubereitete DIY-Maske unschätzbare Vorteile: absolute Frische, keine Konservierungsstoffe und die volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe. Gerade in einer Zeit, in der, wie die Bundeszentrale für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit warnt, selbst Drogerieprodukte manchmal problematische Stoffe enthalten können, ist dies ein beruhigender Gedanke.
Eine meiner liebsten Rezepturen für eine sofort pralle, durchfeuchtete und beruhigte Haut ist die Avocado-Honig-Power-Maske. Sie benötigen nur zwei Zutaten: eine halbe reife Avocado und einen Teelöffel hochwertigen, regionalen Honig. Die Avocado ist reich an gesunden Fetten, Vitamin E und B-Vitaminen, die die Hautbarriere nähren und die Zellerneuerung unterstützen. Der Honig wirkt nicht nur antibakteriell und entzündungshemmend, sondern ist auch ein natürliches Feuchthaltemittel (Humectant), das Wasser in der Haut bindet. Für eine nachhaltige Alternative, wie sie die AOK empfiehlt, können Sie auch auf andere deutsche „Superfoods“ zurückgreifen: Quark mit seinen Milchproteinen regeneriert, während Leinöl mit seinen Omega-3-Fettsäuren für Geschmeidigkeit sorgt.
Zerdrücken Sie die Avocado mit einer Gabel zu einer cremigen Paste und rühren Sie den Honig unter. Tragen Sie die Maske auf das gereinigte Gesicht auf und lassen Sie sie für 15-20 Minuten einwirken. Der Schlüssel bei DIY-Masken ist die absolute Frische. Bereiten Sie nur so viel zu, wie Sie sofort benötigen, und verwenden Sie die Maske umgehend. So stellen Sie sicher, dass Ihre Haut von der vollen Nährstoffdichte profitiert, ohne das Risiko von Keimbildung.
Der grösste Fehler bei Tonerde-Masken: Warum Sie sie niemals vollständig trocknen lassen sollten
Tonerde-Masken sind ein Segen für ölige und unreine Haut – solange man sie richtig anwendet. Und genau hier beobachte ich in meiner Praxis den häufigsten und fatalsten Fehler: die Maske vollständig trocknen zu lassen, bis sie rissig wird und spannt. Viele glauben, dies sei das Zeichen, dass die Maske ihre Arbeit getan und „alles Schlechte herausgezogen“ hat. In Wahrheit passiert in diesem Moment genau das Gegenteil von dem, was Sie bezwecken.
Eine Tonerde-Maske wirkt in zwei Phasen. In der ersten, feuchten Phase gibt sie wertvolle Mineralien an die Haut ab. In der zweiten, beginnenden Trocknungsphase absorbiert sie überschüssigen Talg und Unreinheiten – das ist der gewünschte Effekt. Doch sobald die Maske vollständig austrocknet und hart wird, beginnt die schädliche dritte Phase: Sie entzieht der Haut nicht nur Talg, sondern auch ihre lebenswichtige Feuchtigkeit. Die Hautbarriere wird gestresst und geschädigt. Als verzweifelte Gegenreaktion kann die Haut bis zu 25 % mehr Öl produzieren, um den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen – der berühmte Rebound-Effekt. Das Ergebnis: Die Haut ist trocken, gereizt und wird langfristig sogar noch öliger.

Der professionelle Trick ist, die Maske niemals vollständig trocknen zu lassen. Sie sollte abgewaschen werden, wenn sie an den Rändern zu trocknen beginnt, aber in der Mitte noch leicht feucht ist. Ein noch besserer Weg, das Barriere-Management zu optimieren: Halten Sie die Maske während der gesamten Einwirkzeit aktiv feucht, indem Sie sie regelmässig mit einem Thermalwasser-Spray oder einem Hydrolat besprühen. So maximieren Sie die reinigende Wirkung der zweiten Phase, ohne jemals in die schädliche dritte Phase zu gelangen. Ihre Haut wird es Ihnen mit einem geklärten, aber dennoch ausgeglichenen und hydrierten Gefühl danken.
Vorher dämpfen, nachher versiegeln: Wie Sie die Wirkung Ihrer Gesichtsmaske verdoppeln
Eine exzellente Maske ist nur die halbe Miete. Um ihre Wirksamkeit wirklich zu maximieren und von einem einfachen Auftragen zu einem professionellen Wirkstoff-Protokoll überzugehen, sind die Schritte davor und danach entscheidend. Es geht darum, die Haut optimal auf die Aufnahme der Wirkstoffe vorzubereiten und diese anschliessend in der Haut einzuschliessen. Zwei einfache, aber extrem wirkungsvolle Techniken dafür sind das Bedampfen und das Versiegeln.
Viele glauben, Dampf würde die Poren „öffnen“, was anatomisch nicht korrekt ist. Die wahre Magie des Bedampfens liegt woanders, wie Experten bestätigen. So erklärt es auch Dr. Janisch vom Bundesberufsverband der KosmetikerInnen in einem Beitrag für ZDF Heute:
Dampf öffnet Poren nicht wirklich, sondern erweicht Talg und Verhornungen, was die Wirkstoffaufnahme und die anschliessende Reinigung erleichtert.
– Dr. Janisch, Bundesberufsverband der KosmetikerInnen
Durch die Wärme und Feuchtigkeit wird die oberste Hautschicht geschmeidiger, Talgpfropfen lockern sich und die Haut wird aufnahmefähiger für die nachfolgende Maske. Sie können diesen Effekt ganz einfach zu Hause mit einer Schüssel heissem Wasser und einem Handtuch oder einem Gesichtsdampfgerät erzielen. Nach der Maskenanwendung kommt der zweite entscheidende Schritt: das Versiegeln. Waschen Sie die Maskenreste ab und tragen Sie sofort, solange die Haut noch leicht feucht ist, Ihr Serum und eine passende Feuchtigkeitscreme auf. Diese letzte Schicht wirkt wie ein Schutzschild, das die wertvollen Wirkstoffe und die Feuchtigkeit der Maske in der Haut einschliesst und den transepidermalen Wasserverlust minimiert.
Fallstudie: Der Synergie-Effekt professioneller Vorbereitung
Die deutsche Naturkosmetikmarke ANNEMARIE BÖRLIND demonstriert in einer Anwendungsstudie, dass ein warmes Dampfbad vor der Maskenanwendung die Wirkstoffaufnahme signifikant verbessert. Die Wärme erweitert die Kapillargefässe, wodurch mehr Nährstoffe und Sauerstoff zum Gewebe transportiert werden. Ein warmes, feuchtes Handtuch, das während der Einwirkzeit auf die Maske gelegt wird, kann diesen Effekt zusätzlich verstärken – eine Methode, die in deutschen Kosmetikinstituten standardmässig angewendet wird, um die maximale Potenz aus jeder Behandlung herauszuholen.
Nackte Haut: Die richtige Pflege nach dem Peeling, um die Ergebnisse zu maximieren und die Haut zu schützen
Ein Peeling ist ein fantastischer Weg, um die Haut zu erneuern und sie perfekt auf eine nährende Maske vorzubereiten. Es entfernt abgestorbene Hautschüppchen und enthüllt die frische, aufnahmefähige Haut darunter. Doch diese „nackte“ Haut ist auch besonders verletzlich. Das richtige Barriere-Management nach einem Peeling ist daher kein optionaler Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit, um die positiven Effekte zu maximieren und Schäden zu vermeiden.
Unmittelbar nach einem Peeling ist die Schutzfunktion der Haut temporär geschwächt. Sie ist empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen und insbesondere gegenüber UV-Strahlung. Das Auftragen von Sonnenschutz ist daher der wichtigste, nicht verhandelbare Schritt. Experten wie die Deutsche Krebshilfe betonen, dass ein hoher Lichtschutzfaktor entscheidend ist. Studien zeigen, dass LSF 50+ das Risiko von Hyperpigmentierung nach Peelings um bis zu 80 % reduziert. Ohne diesen Schutz riskieren Sie genau das, was Sie vermeiden wollten: ungleichmässige Pigmentierung und vorzeitige Hautalterung.
Ebenso wichtig ist es, die Haut in den folgenden 48 Stunden nicht mit zu vielen oder den falschen Wirkstoffen zu überfordern. Aggressive Inhaltsstoffe wie Retinol oder hochkonzentriertes Vitamin C sollten pausiert werden, da sie die frisch gepeelte Haut reizen können. Stattdessen sollten Sie auf beruhigende, reparierende und hydratisierende Wirkstoffe setzen. Denken Sie an Ceramide, um die Hautbarriere wieder aufzubauen, an Panthenol zur Beruhigung und an Hyaluronsäure für intensive Feuchtigkeit. Eine milde, unparfümierte Feuchtigkeitscreme schliesst die Pflegeroutine ab und gibt der Haut die nötige Zeit zur Regeneration.
Ihr Prüfplan für die Pflege nach dem Peeling: 5 goldene Regeln
- Kein Retinol für mindestens 48 Stunden nach dem Peeling verwenden, um Reizungen zu vermeiden.
- Vitamin C-Seren für 24-48 Stunden pausieren, besonders bei empfindlicher Haut.
- Keine weiteren mechanischen Peelings (Bürsten, Scrubs) für mindestens eine Woche anwenden.
- Direkte und intensive Sonneneinstrahlung für 72 Stunden meiden und konsequent LSF 50+ tragen.
- Keine stark parfümierten oder alkoholhaltigen Produkte auftragen, um die sensible Haut nicht zu irritieren.
Von wässrig bis reichhaltig: Die Kunst des Schichtens für ein maximales Feuchtigkeitsdepot in Ihrer Haut
Für eine wirklich tiefgehende, systemische Hydratation reicht eine einzelne Cremeschicht oft nicht aus. Die fortschrittlichste Methode, um ein langanhaltendes Feuchtigkeitsdepot in der Haut aufzubauen, ist die Kunst des Schichtens, auch bekannt als „Layering“. Das Prinzip ist einfach: Sie tragen mehrere leichte, feuchtigkeitsspendende Produkte übereinander auf, beginnend mit der wässrigsten Textur und endend mit der reichhaltigsten. Jede Schicht baut auf der vorherigen auf und transportiert Feuchtigkeit tiefer in die Haut, bevor die letzte, okklusive Schicht alles versiegelt.
Eine Schlüsselregel, die aus der koreanischen Hautpflege stammt und auch von deutschen Dermatologen zunehmend empfohlen wird, ist die 3-Sekunden-Regel. Sie besagt, dass das erste wässrige Produkt (z. B. ein feuchtigkeitsspendender Toner oder eine Essenz) innerhalb von drei Sekunden nach der Gesichtsreinigung aufgetragen werden sollte, solange die Haut noch feucht ist. Dies minimiert den transepidermalen Wasserverlust und maximiert die Aufnahmebereitschaft der Haut für die folgenden Schichten.
Nach diesem ersten Schritt können Sie weitere Schichten aufbauen: ein Hyaluronserum, gefolgt von einer leichten Lotion und schliesslich einer reichhaltigeren Creme, die Lipide enthält, um die Feuchtigkeit einzuschliessen. Diese Technik ist besonders wirksam, um die Haut an unterschiedliche klimatische Bedingungen anzupassen, ein Aspekt, der in einem Land wie Deutschland mit seinen ausgeprägten Jahreszeiten und regionalen Unterschieden entscheidend ist.
Die spezifische Strategie kann je nach Wohnort und Jahreszeit variieren, um ein optimales Feuchtigkeitsmanagement zu gewährleisten.
| Region | Klimabedingung | Empfohlene Schichtung |
|---|---|---|
| Norddeutschland | Feucht, windig | 2-3 wässrige Schichten + leichte Creme |
| Süddeutschland Winter | Kalt, trocken | 1-2 wässrige + reichhaltige okklusive Schicht |
| Städtische Gebiete | Luftverschmutzung | Antioxidatives Serum + Schutzschicht |
| Bergregionen | Intensive UV-Strahlung | Feuchtigkeitsschichten + hoher LSF |
Das Wichtigste in Kürze
- Strategie statt Routine: Der Erfolg einer Gesichtsmaske liegt nicht im Produkt allein, sondern in einem gezielten Anwendungsprotokoll (Vorbereitung, korrekte Anwendung, Nachsorge).
- Präzision ist alles: Techniken wie Multi-Masking und das feucht halten von Tonerde-Masken lösen spezifische Probleme und verhindern Hautschäden.
- Barriere-Management ist entscheidend: Nach intensiven Behandlungen wie Peelings oder bei der Anwendung von Tonerde ist der Schutz und Wiederaufbau der Hautbarriere (mit LSF, Ceramiden) nicht verhandelbar.
Durstlöscher für die Haut: Die ultimative Strategie für tiefgehende und langanhaltende Hydratation
Wir haben nun die einzelnen Bausteine eines professionellen Wirkstoff-Protokolls erkundet: die richtige Maskenwahl, präzise Anwendungstechniken und die entscheidende Rolle der Vor- und Nachsorge. Der rote Faden, der all diese Elemente verbindet, ist das Streben nach einer tiefgehenden und vor allem langanhaltenden Hydratation. Denn eine gut durchfeuchtete Haut ist nicht nur prall und strahlend, sie ist auch widerstandsfähiger, altert langsamer und kann Wirkstoffe effektiver aufnehmen.
Wirkstoffe wie Hyaluronsäure sind wahre Feuchtigkeitsmagnete. Unter optimalen Bedingungen kann sie bis zum 1000-fachen ihres Eigengewichts an Wasser binden. Doch ihre Wirkung hängt stark von der Umgebungsfeuchtigkeit ab. In trockener Heizungsluft kann sie der Haut sogar Feuchtigkeit entziehen, wenn sie nicht durch eine okklusive Schicht versiegelt wird. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der Schichtungstechnik, die wir besprochen haben.
Eine systemische Hydratation geht jedoch über die reine Produktanwendung hinaus. Sie ist ein 360-Grad-Ansatz, der auch Ihren Lebensstil miteinbezieht. Eine ausreichende Wasserzufuhr von innen (ca. 2 Liter pro Tag) ist die Basis. Ergänzend kann die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren, beispielsweise durch Leinöl, die Lipidbarriere der Haut von innen heraus stärken. Die Kombination aus externer strategischer Pflege und interner Unterstützung ist die ultimative Formel, um Ihre Haut in ein widerstandsfähiges, selbstregulierendes Feuchtigkeitsreservoir zu verwandeln.
Betrachten Sie Ihre Hautpflege nicht länger als eine Abfolge von Einzelmassnahmen, sondern als ein intelligentes System. Jede Maske, jedes Serum und jede Creme ist ein Werkzeug, das Sie mit dem hier erlernten Wissen nun gezielt einsetzen können, um nicht nur Symptome zu behandeln, sondern die Gesundheit Ihrer Haut nachhaltig zu verbessern.
Häufige Fragen zu tiefgehender Hauthydratation
Wie oft sollte man Feuchtigkeitsmasken anwenden?
Ein- bis zweimal pro Woche ist optimal für die meisten Hauttypen. Bei sehr trockener Haut kann die Anwendung auf bis zu dreimal wöchentlich erhöht werden.
Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeit-Fix und Langzeitstrategie?
Tuchmasken bieten einen schnellen Feuchtigkeits-Boost für Events, während der langfristige Aufbau der Hautbarriere durch regelmässige Pflege mit Ceramiden und Omega-Fettsäuren erfolgt.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei der Hauthydratation?
Täglich 2-3 Liter Mineralwasser und Omega-3-reiches Leinöl unterstützen die Hautfeuchtigkeit von innen und ergänzen die äussere Pflege optimal.